Autor Thomas Rohr, 02.10.18 11:35

Ich bekomme immer wieder Anekdoten zu hören, welche durch bessere Kommunikation hätten vermieden werden können. Scheinbar weiss man demnach ganz genau, dass die Kommunikation untereinander verbessert werden müsste. Doch woran scheitert es und warum passieren immer wieder die gleichen Fehler? In diesem Blog möchte ich euch eine Erfolgsgeschichte aufzeigen.

Interpretation

Menschen sind verschieden und nicht selten jeden Tag ein wenig anders aufgelegt. So auch beim folgenden Beispiel eines Abteilungsleiters in einem kleinen Produktionsbetrieb. Die häufigsten Kommunikationsfallen sind klar: ein unklar formulierter Auftrag, eine falsch verstandene Anweisung, nicht weitergegebene Fakten oder mein persönlicher Hauptgrund für Missstände, die Fehlinterpretation. Dieser letzte Punkt gab auch bei dem genannten Abteilungsleiter, nennen wir ihn hier Max, Anlass zu Konflikten.

1 on 1 als Schlüssel

Max stellte fest, dass nach seinen abgehaltenen Teamsitzungen vermehrt einige Mitarbeiter einen sehr unmotivierten Eindruck machten oder gar beleidigt waren und sich zurück zogen. Zuvor, am Ende der Teamsitzung, bestätige jedoch jeder Einzelne, dass alles klar sei und keine offenen Fragen zu klären sind. Die Sitzung war zielführend und es wurde konstruktiv diskutiert. Wieso also dennoch die schlechte Stimmung nach der Teamsitzung?

Um der Sache auf die Spur zu kommen, begann Max in kurzen Gesprächen unter vier Augen die Situation zu analysieren. Diese Einzelgespräche stellten sich als Schlüssel heraus. Denn es kam zur Sprache, dass sehr oft Spannung zwischen zwei Personen herrschte und deshalb emotional reagiert wurde, also falsch interpretiert wurde. Alleine die Fakten betrachtet, gab es keinen Interpretationsspielraum.

Niemand machte den Mund auf

Die Mitarbeitenden hatten schlicht Hemmungen, mangelndes Selbstvertrauen oder übermässigen Stolz, die sie daran hinderten, in der Teamsitzung mit Max und allen anderen etwas anzusprechen. Beim Eins zu Eins Austausch dann, sprudelte es bei den einen nur so heraus, bei anderen musste Max der Person vis à vis mehr Zeit und Raum geben, um heraus zu finden wo der Hund begraben ist. Oft gelang es ihm durch Schweigen seinen Mitarbeitenden zu helfen, Hemmungen abbauen zu können und in Mut umzuwandeln. Es gelang Max weiter, durch einfach erklärte Fakten die Spannungen zwischen zweien abzubauen. Schlussendlich brachte er beide Personen an einen Tisch, um gemeinsam Lösungen zu finden.

Immer dran bleiben

Max hat die Lösung im Falle der Fehlinterpretationen also gefunden. Doch die 1 on 1 Termine sind  bis heute nicht von der Agenda verschwunden und bleiben weiterhin Bestandteil von Maxs Wochenplanung. Manchmal braucht es nur fünf Minuten, manchmal mehr. Er erkannte in seinem Team die Kraft des Zuhörens neu und eine optimale Teamstimmung ist ein ganz entscheidender Faktor für gemeinsamen Erfolg.

Ich finde, regelmässige 1 on 1 Meetings können das Verhältnis zu den eigenen Mitarbeitenden enorm verbessern. Deshalb habe ich dir eine Liste mit Fragen zusammengestellt, die ein erfolgreiches 1 on 1 Gespräch ermöglichen.

Download: Fragenkatalog für ein erfolgreiches 1 on 1 Meeting

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