Autor Mirjam Engel, 16.11.16 15:44

Klingt doch wunderbar, was meinen Sie?

Stell dir vor, du kannst dich vor deine komplette Mannschaft stellen und mit Freude verkünden, dass du als Unternehmen in die Freizeit deiner Mitarbeitenden investieren. Welch eine positive Reaktion erwartet Sie wohl…

Natürlich ist dies nun noch ein wenig vage ausgedrückt. Konkret soll dies bedeuten:

Jeder Mitarbeiter arbeitet ab sofort noch 6 Stunden pro Tag!

Klingt verrückt? Experimente haben gezeigt, dass Menschen nur vier bis fünf Stunden konzentriert arbeiten können. Danach nimmt die Leistung ab. Ablenkungen wie das Handy oder soziale Medien sind nicht förderlich. Soll heissen: Ein Arbeitstag von 8 Stunden bedeutet nicht unbedingt, dass man entsprechend produktiv ist.

Lass Mitarbeitende zu den Glücklichsten werden

Warum also nicht einen 6-Stunden-Tag einführen? Das Ziel ganz klar; glücklichere und gesündere Mitarbeiter mit einer besseren Work-Life-Balance, effektiveres und produktiveres Arbeiten, und auf lange Sicht idealerweise auch Kosteneinsparungen.

Die Skandinavier zeigen es vor. Diverse namhaften Firmen, wie beispielsweise Toyota in Göteborg, haben diese 6-Stunden-Tage eingeführt und investieren in die Freizeit ihrer Mitarbeiter. Sie können Positives berichten: Die Motivation der Mitarbeitenden steige und es fördere die Zusammenarbeit untereinander, da die Mitarbeitenden zufriedener sind. Krankheitsfälle nahmen gemäss den Erfahrungsberichten ab.

Funktioniert das alles so einfach?

Kritisch betrachten muss man, dass eine solche Umstellung viel Aufwand und Fragen mit sich bringen: Wie organisiert man Öffnungszeiten? Braucht es mehr Personal? Die selbe Arbeit soll anstelle von 8 Stunden in nur noch 6 Stunden erledigt werden. Das kann zu Stress führen oder dazu, dass man sich die nötige Zeit für Besprechungen oder Diskussionen nicht mehr nimmt. 


Wie ist das bei dir – hältst du es für eine gute Idee oder bloss für eine Utopie, die Arbeitszeit auf sechs Stunden pro Tag zu reduzieren?

 

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