Autor Thomas Rohr, 05.03.19 10:40

Du findest hunderte Ratschläge, um eine Stellenausschreibung so suchmaschinenfreundlich wie möglich zu verfassen. Keine Floskeln, keine langweiligen Beschreibungen und für Mann und Frau gleichgestellt. Aber halt, reicht Mann und Frau aus, um korrekt zu sein? Ich prophezeie dir in diesem Blog, dass in den künftigen Titeln der Stelleninserate, neben (w/m), wohl immer öfter ein «d» zu finden sein wird.

Diskriminierung verhindern

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist eine grosse Herausforderung der heutigen Gesellschaft. Lohnungleichheit und ein Übermass an männlichen Führungskräften seien auszugleichen. Frauenquoten und Lohntransparenz sind verbreitete Werkzeuge dazu. Doch was ist mit jenen Menschen, welche intersexuell sind, also zwischen den beiden Geschlechtern Mann oder Frau stehen? Als Arbeitgeber/in und Vorgesetzte/r musst du immer mehr darauf achten, nicht diskriminierend und neutral zu kommunizieren. Die neueste Herausforderung ist dabei die Einbindung des dritten Geschlechts in die Arbeitswelt.

Machen wir einen Anfang

Das Stelleninserat, eine der wichtigsten Visitenkarten eines Unternehmens, ist ein geeignetes Mittel um sich am Puls der Zeit zu positionieren. Das ist auf den ersten Blick ganz einfach. Beim Stellentitel wird die Abkürzungen (w/m/d) ergänzt. Das «d» wird demnach ergänzt und steht neben weiblich und männlich für «diverse». Das «d» hat sich neben «i» intersexuell, «x» nicht definiert und «a» andere durchgesetzt.

Auf den zweiten Blick stellt sich die Frage, suche ich einen Sachbearbeiter, eine Sachbearbeiterin oder eine Fachkraft Administration (m/w/d)? Die maskuline Betitelung einer Position ist nicht per se eine diskriminierende. Deshalb ist «Sachbearbeiter (m/w/d)» eine verbreitete neue Bezeichnung in einem Stelleninserat. Natürlich stehen auch Alternativen zur Verfügung, beispielsweise Fachperson Administration oder Fachkraft Rechnungswesen. Interessant dabei am Rande, Frauen bewerben sich gemäss einer Studie der Universität München eher auf Stellenausschreibungen in denen der Titel klar in weiblicher Form, also beispielsweise Sachbearbeiterin (m/w/d), geschrieben steht.

Da kommt noch mehr

Im Gegensatz zu unseren nördlichen Nachbarn haben wir in der Schweiz noch kein offiziell anerkanntes drittes Geschlecht. Vorstösse dazu liegen in Bundesbern jedoch längst vor. Das dritte Geschlecht stellt Unternehmen und die ganze Gesellschaft vor weitere grundsätzliche Fragestellungen. Kommt eine Drittgeschlechterquote, wird es vermehrt Uni-Sex Toiletten geben, ergänzen wir eine neue Anrede neben Herr und Frau in Formularen? So oder so, das Thema der Intersexualität wird immer grössere Kreise ziehen.

Die Gleichstellung ist ein sehr wichtiges und gleichzeitig heikles Thema. Als verantwortliche Person im Unternehmen solltest du gerade deshalb, bewusst vorgehen und keine Hauruck Aktion starten. Das Thema zu ignorieren ist genauso fehl am Platz wie per sofort Unisex-Toiletten einzuführen. Eine Anpassung ist jedoch angemessen und fair. Entscheide also selber wie weit du mit der Einbindung des dritten Geschlechts gehen willst. Bleibt eine Frage an dich zum Schluss: Was denkst du, wie lange schreiben wir noch «Sehr geehrte Damen und Herren»?

Die Liste von Persoblogger zeigt, welche Wörter und Begriffe du verwenden kannst, um geschlechtsneutral zu kommunizieren.

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