Autor Matheus Casaes, 08.10.20 11:42

Ich habe Erfahrungen auf beiden Seiten eines Rekrutierungsprozesses gesammelt: als Kandidat und als Stellenvermittler. Früher war ich derjenige auf Jobsuche, der unzählige Bewerbungen abschickte und mit potentiellen Stellenvermittlern und Arbeitgebern sprach. Jetzt als Stellenvermittler kann ich ein paar Tipps abgeben, die dir hoffentlich dabei helfen, die Herausforderungen zu meistern, denen du auf dem Weg zu deinem Traumjob begegnest.

 

1. Investiere in Recherchearbeit vorab

Wie viel Recherche betreibst du, bevor du einen neuen Computer, ein neues Smartphone oder heutzutage eigentlich irgendetwas kaufst? Du solltest den gleichen Aufwand betreiben, wenn du eine Stellenvermittler wählst.

 

In der Informatik spezialisieren sich Firmen oft auf bestimmte Branchen, Regionen oder Technologien. Suche nach Stellenbezeichnungen, Stellenausschreibungen oder Artikeln mit Schlüsselwörtern, die sich mit deinen Interessen oder Qualifikationen decken. Recherche ist auch zwingend, wenn du darüber nachdenkst, im Ausland nach Arbeit zu suchen. Was solltest du bedenken? 

  • Aus rechtlicher Sicht solltest du abklären, ob du ein Visum/eine Aufenthaltsbewilligung brauchst.
  • Was sind die sprachlichen Anforderungen in deiner Branche? Heutzutage ist die Arbeitssprache in vielen Unternehmen Englisch, aber nicht überall. 
  • Wie gut/lange hast du darüber nachgedacht umzuziehen, und wie hast du dich darauf vorbereitet?

 

2. Dein Lebenslauf muss Eindruck schinden

Es ist wichtig, sich positiv von anderen abzuheben! Dazu brauchst du keine poppigen Farben oder unleserliche Schriftarten. Beim Erstellen deines Lebenslaufs kannst du auch gut deine Recruiter fragen, ob es eine Vorlage gibt oder ob ein besonderes Layout angebracht ist. Falls sie etwas wissen, sagen sie es dir bestimmt.

 

Eine starke Grundlage ist der beste Anfang. Gestalte einen Lebenslauf, der leicht verändert und auf den neusten Stand gebracht werden kann. Dein Lebenslauf ist der erste Eindruck, den ein potentieller Arbeitgeber von dir erhält, deshalb sollte der super sein. Hier ein paar Tipps:

  • Lese die Stellenbeschreibung sorgfältig durch und hebe Schlüsselwörter in deinem Lebenslauf hervor.
  • Benutze Stichworte
  • Stelle sicher, dass alle Informationen knapp und korrekt dargestellt sind
  • Wähle eine Schriftart, sowohl Stil als auch Schriftgrösse
  • Finde heraus, ob ein Foto von dir erwartet wird oder nicht
  • Zeige deine Erfolge mit Zahlen auf
  • Erstelle ein wirkungsvolles Motivationsschreiben – das ist schon die halbe Miete
  • Prüfe Rechtschreibung und Grammatik
  • Versichere dich, dass das Layout des Dokuments einheitlich ist 

 

3. Übertragbare Fähigkeiten sind wichtiger, als du denkst

Unterschätze nie den Wert deiner Lebenserfahrung. Ob du eine komplett neue Karriere beginnst oder deinen ersten Job suchst, denke daran, dass gewisse zwischenmenschliche Fähigkeiten von unschätzbarem Wert sind. Die Anzahl der Unternehmen, die auf der Suche nach den richtigen Mitarbeitenden statt des perfekten Lebenslaufs sind, steigt konstant an. Denk daran, dass man jemandem fachliche Fähigkeiten beibringen kann, zwischenmenschliche Fähigkeiten aber nicht.

 

Also, wie hebst du diese zwischenmenschlichen Fähigkeiten hervor? Ich empfehle dir, unter deine Erfahrungen "Schlüsselfähigkeiten" zu setzen. Zum Beispiel:

Ausserschulische Aktivitäten:

  • Kapitän der Fussballmannschaft - Sekundarschule

Schlüsselfähigkeiten: Kommunikation in stressigen Situationen aufrecht halten, Teamarbeit, Führungsfähigkeiten

 

4. Biete Lösungen statt Probleme

Manchmal entwickelt sich das Leben nicht so, wie man es sich wünscht. Glaub mir, das passiert allen. Aber was wirklich zählt, ist wie du aus jeder Erfahrung etwas lernst und damit wächst. Bereite dich darauf vor, über dein Wachstum, sowohl mental als auch spirituell, das in diesem einjährigen Unterbruch stattgefunden hat, zu sprechen. Bereite dich darauf vor, Fragen über vorherige Stellen bei anderen Unternehmen zu sprechen – deine Rolle, was dir gefallen hat und was eher nicht. Bereite dich darauf vor, Beispiele zu liefern, wie du gewisse Situationen, wie zum Beispiel Konflikte oder Druck, handhaben würdest, falls sie sich an deinem Arbeitsplatz präsentierten.

 

5. Sei ehrlich. Es lohnt sich.

Sei immer ehrlich mit deinen Recruitern. Sie wollen dir wirklich dabei helfen, deine nächste Stelle zu finden. Je ehrlicher du bist, desto besser rüstest du deinen Stellenvermittler aus, dich zu unterstützen.

 

Falls deine persönliche Situation sich verändert hat und du kein Interesse mehr an einem Job oder einen anderen Job angenommen hast (das sind wirklich tolle Neuigkeiten!), informiere deinen Recruiter, so dass er sogleich das Unternehmen verständigen kann. Das Leben verändert sich schnell, aber es ist nicht ohne Folgen, sich ohne Erklärung einfach zu verabschieden. In der Zukunft könnte sich ein Stellenvermittler weigern, mit dir zu arbeiten.

 

Wir sind da, um dich zu unterstützen und wir wissen, wie frustrierend eine Stellensuche sein kann. Je mehr du uns mit deiner Verfügbarkeit, schnellen Reaktionszeit auf Anfragen und Transparenz hilfst, desto besser sind deine Chancen, deinen Traumjob zu finden.

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